Vergleich nativer Formate

Native Advertising ist der Oberbegriff für verschiedene Werbeformate. Mit diesem Artikel wollen wir die einzelnen Disziplinen miteinander vergleichen. Es geht hierbei um Text-Bild Anzeigen, Advertorials und True Native Advertising.

Text-Bild-Anzeigen – Im Wandel der Zeit

Zunächst wurden die Google Anzeigen nur in den Suchergebnissen angezeigt. Später folgte dann eine rasche Verbreitung der Ads auf diversen Kanälen, hauptsächlich aber in der eigenen Suchmaschine und auf Webseiten. Vermarkter von Text-Bild Anzeigen erkannten das Potenzial sehr schnell und adaptierten das Modell. Text-Bild Anzeigen sind immer als solche gekennzeichnet. Der Aufbau folgt einem einfachen Schema: Grafik, Titel, Kurzbeschreibung.

In den Anfangstagen befanden sich die Ads in den entsprechenden Bereichen der Webseite, den sogenannten Bannerflächen. Später wurden die Teaser immer öfter in das redaktionelle Umfeld gesetzt. Meistens handelte es sich dabei um den Bereich unterhalb des Textes oder in Spalten. Mit dem Aufkommen von Native Advertising findet man die Text-Bild Anzeigen auch immer häufiger in den In-Feeds. Sie werden diskret und im Corporate Design auf der Startseite, in Rubriken und zwischen den Teasern des jeweiligen Inhouse Contents platziert. Facebook nutzt die Timeline ebenfalls, um thematisch passende Werbung anzuzeigen. Über den Klick auf die Anzeige wird der User direkt auf eine externe Webseite oder eine Landingpage geführt.

Das Schema, nach dem Text-Bild Anzeigen platziert wurden, war jedoch immer gleich. Die Bildgröße war fix, der Text hatte grundsätzlich auf jeder Präsenz die gleiche Länge und das Ganze wurde durch optische Details wie Rahmen und Hintergründe hervorgehoben. Heute passen sich die Anzeigen der jeweiligen Auslieferungsseite an. Sie sind nativer. Abgerechnet wird über einen festgelegten Klickpreis.

Es besteht inzwischen die Möglichkeit, die Text-Bild Anzeigen programmatisch auszuliefern. Mit der Bezeichnung Programmatic Native Advertising kann man sich derzeit nur auf Text-Bild Anzeigen beziehen.

Das Problem hierbei ist jedoch, dass der User nach dem Klick auf die Anzeige den nativen Rahmen verlässt.

Text-Bild Anzeigen sind in der Regel responsive und können somit mobil angezeigt werden. Dabei gilt es jedoch im Vorfeld die Zielseiten zu überprüfen, ob diese ebenfalls auf mobilen Endgeräten dargestellt werden können. Diese Aufgabe obliegt dem Werbenden.

Text-Bild Anzeigen können durch Adblocker ausgeblendet werden. Zusätzlich lassen sie sich nicht in den Social Networks teilen. Trotzdem wird der Klickpreis immer fällig, auch dann, wenn die Zielseite aufgrund technischer Voraussetzungen nicht aufgerufen werden kann.

Advertorials – Werbung durch Content

Bei einem Advertorial handelt es sich um einen bezahlten Artikel. Man platziert ihn direkt im redaktionellen Teil einer Onlinepräsenz. Bezahlt wird diese Werbung per Fixpreis. Die veröffentlichende Seite muss das Advertorial als Werbung kennzeichnen und über das jeweilige CMS (Content Management System) herausgeben. Meistens sind Advertorials zeitlich begrenzt, werden teilweise von den Suchmaschinen indexiert und teilweise nicht. Je nach Absprache zwischen Werbekunde und Verleger. Optisch und inhaltlich wird das Advertorial vollkommen auf das jeweilige Medium eingestellt, auf dem es veröffentlicht werden soll.

Der große Vorteil ist, dass ein Besucher nicht zu einer anderen Seite geleitet wird, sondern die Werbung direkt auf der Seite wahrnimmt. Es gibt also keinen Bruch der Informationen. Damit ein Advertorial trotzdem als Werbung erkennbar ist, kommen verschiedene Bezeichnungen wie „Sponsored Post“ oder „Anzeige“ zum Tragen.

Der Nachteil bei einem herkömmlichen Advertorial ist, dass es ausschließlich im Kosmos des einen Mediums seine Bahnen zieht. Verschiedene Anbieter wie Buzzfeed bezeichnen ihre Ads als Native Advertising. Letztendlich wird die Werbung jedoch nur klickstark aufbereitet, inhaltlich und optisch angepasst und dann in den diversen Sozialen Medien des Publishers proaktiv veröffentlicht. Es findet keine Skalierung über diverse verschiedene Medien statt.

Obwohl Advertorials gekennzeichnet werden müssen, werden sie oft mit der bekannten Schleichwerbung verwechselt. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie nicht von Werbeblockern blockiert werden können, da es sich im Prinzip ja nur um einen redaktionellen Inhalt im CMS handelt. Hat die werbende Seite eine große Fanbase, kann der Werbekunde von diesem Trust profitieren. Durch die Teilbarkeit in den Social Media Kanälen erzielt man mit dem Advertorial eine große Reichweite.

True Native Advertising – Perfektioniert bis ins Detail

Um eine möglichst große Reichweite, die Skalierbarkeit und ein identisches Design zum werbenden Medium zu erzielen, wurde das True Native Advertising ins Leben gerufen. Die Unterschiede zum Advertorial sind sehr gering und doch so entscheidend für den Erfolg. Beim True Native Advertising wird der gewünschte Content gleichzeitig auf mehreren Medien ausgegeben. Er ist ebenfalls über soziale Medien teilbar und wird auch auf mobilen Endgeräten sauber angezeigt. Alle Klicks, Views und weitere Statistiken können summiert gebündelt werden.

Der Werbekunde ist also mit True Native Advertising in der Lage, seinen Werbecontent gleichzeitig bei mehreren Plattformen zu releasen, ohne dass es einer großen Absprache bedarf oder später die Statistiken von Hand kumuliert werden müssen.

Damit es nicht zu Duplicate Content kommt, wird die Ad nicht in Suchmaschinen indexiert und geht am Ende der Werbekampagne wieder offline. Eine Kennzeichnung als Werbeanzeige ist immer gegeben.

Die Redaktion einer Seite muss den Content auch nicht in das eigene CMS einarbeiten. Beim Aufruf einer Seite wird der Content direkt vom Native Advertising Server abgerufen und perfekt ausgesteuert dem Besucher präsentiert. Die Inhalte passen sich dabei in Optik, Form und Struktur dem jeweiligen Medium an. Adblocker sind in der Lage, die Werbeeinblendungen zu blockieren. Abgerechnet wird wie bei den anderen Werbeformen auf Click per View- oder TKP-Basis.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.