Wie steht es um Native Advertising in Deutschland? Experten im Videointerview

Auf den diesjährigen Native Advertising Days (8. – 10. November 2017) versammelte sich die internationale Native-Branche in Berlin, um sich gemeinsam über das Werbeformat auszutauschen. lead hat auf der Veranstaltung Big Player aus Deutschland zu ihren Positionen zu Native Advertising befragt.

Lukas Kircher, Gründer und Geschäftsführer der Content Marketing Agentur C3:

„Es gibt keine Branche für die Native Advertising nicht interessant ist“ davon ist Kircher überzeugt. Da es immer schwieriger wird, organische Reichweiten aufzubauen, sieht Kircher Native Advertising und Ad Tech als geniale Möglichkeiten, um Reichweiten zu erzielen. Kircher ist ebenfalls überzeugt davon, dass in den nächsten zehn Jahren die Mehrheit der Publisher aus Europa und Amerika ihre Einnahmen zur einen Hälfte aus Display und zur anderen Hälfte aus Native generieren werden. Deutschland sieht er im internationalen Vergleich in Bezug auf Native Advertising als noch etwas zurückhaltend. Auf den Native Advertising Days hat Kircher übrigens das Thema Dark Native vorgestellt – eine gefährliche Schnittstelle zwischen Native Advertising, Ad Fraud, Hacking und AdTech.

Alexander Erlmeier, Europachef Outbrain

Für Alexander Erlmeier ist es ein zentraler Punkt für Unternehmen anzuerkennen, dass Native Advertising ein neues Werbeformat ist und sich dementsprechend bei der Konzeption von alten Prinzipien zu trennen. Für Outbrain steht das Engagement, welches durch die Kunden erzeugt wird, bei der Erfolgsmessung von Native Advertising Mittelpunkt. Kunden werden, laut Erlmeiers Einschätzung, in Zukunft vor allem auf mobilen Endgeräten im Internet unterwegs sein. Auch hier müssen in Zukunft Transparenz und Sicherheit der Nutzerdaten stets gewährleistet werden.

Der FC St. Pauli hat für sich festgestellt, dass Bannerwerbung nicht mehr funktioniert und befindet sich nun in einer kompletten Transformation seiner digitalen Infrastruktur. Dazu gehört auch, Werbekunden von neuen Wegen des Online Marketings zu überzeugen, denn auf der Vereinswebseitet geht der FC St. Pauli  weg von Display Formaten und setzt stattdessen komplett auf Content und Native Advertising.Geschichten für unterschiedliche Medien zu konzipieren und auch offline-Inhalte z.B. für die Mitgliederzeitschrift und für die Displays im Stadion zu unterschiedlichen Anlässen zu konzipieren ist für den Verein eine große Herausforderung.

Yvonne Beister und Robert Heesen, Leitung Bild Brand Studio

Das Bild Brand Studio ist für den gesamten Prozess einer Content Kampagene auf den Plattformen der Bild verantwortlich: Von der Ideenfindung , über die Produktion bis zu Distribution auf unterschiedlichen Kanälen. Die Geschichten sind dabei immer maßgeschneidert für die einzelnen Kunden und werden immer an das jeweilige Zielpublikum angepasst. Von dieser innovativen Herangehensweise der Content-Distribution müssen Kunden auch nicht selten erst überzeugt werden.  Aber den einfachen Weg zu gehen und auf klassische Advertorials und Werbemeldungen zurückzugreifen, kommt für Yvonne Beister und Robert Heesen nicht mehr in Frage.

Andre Alpar, Business Angel

Im Vergleich zum internationalen Markt sieht Andre Alpar Deutschland, was die Nutzung und die Experimentierfreude von und mit Native Advertising angeht, auf einem guten Weg. Besonders wichtig sei es bei Content Marketing Kampagnen, frühzeitig strategisch zu planen. Dabei sollte der Fokus nicht nur auf der Erstellung des Contents liegen, sondern auch die gezielte Distribution geplant werden – hier kommt dann Native Advertising ins Spiel.

 

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