Der Service Sharethrough aus San Francisco beschreibt Native Advertising wie folgt:

„Native advertising is a form of paid media where the ad experience follows the natural form and function of the user experience in which it is placed„

Diese Definition scheint der Zusammenarbeit mit der IAB Arbeitsgruppe Native Advertising zu entstammen, in der sich auch Unternehmen wie Buzzfeed, Facebook, Outbrain und Forbes befinden.

Aktuell wird viel über das Konzept „Native Advertising“ gesprochen. Doch nur wenige wissen, was dahinter steckt. Im Kern geht es um das Platzieren von Inhalten in Blogs, Nachrichtenseiten und Themenportalen. Solche Postings, die sehr häufig Videos oder anderen Brand Content enthalten, werden „Advertorials“ oder „Sponsored Posts“ genannt.
Advertorial werden dem Überbegriff Content Marketing zugeordnet, wozu jetzt auch Native Advertising gehört. Diese Themen gehören zusammen, wobei es zentrale Unterschiede gibt, so zum Beispiel im Geschäftsmodell:

Beim klassischen Content Marketing treten Kunden (z.B. eine Marke) typischerweise mit einer Website (Publisher) in Kontakt. Sie fragen dort an, ob dieser einen von der Marke erstellten Content online stellen möchte. Hierfür muss zunächst ein fixer Preis vereinbart werden, bevor die Seite den Beitrag online veröffentlicht. Für Werbekunden ist das ein mühsamer Prozess. Doch Unternehmen wie efamous.net, Unrulymedia.com oder ebuzzing.com haben diesen skalierbarer gemacht, in dem sie viele Webseiten aus unterschiedlichen Nischen in einer Vermarktung bündeln. Dadurch können kompakte Advertorial- Pakete angeboten werden.

Brands sind mit Hilfe solcher Services in der Lage, eine gute Verbreitung auch in sehr spitzen Zielgruppen zu erreichen. Häufig geht es darum, die Viralität von Videos zu steigern oder wie im Fall von Red Bull eigene Geschichten geschickt in Umfelder zu integrieren, in denen sich die passende Zielgruppe bewegt ohne, dass diese die entsprechende Seite verlassen muss.

Prozesse wie die Ansprache der Publisher, das Abstimmen des Contents oder das Einstellen in deren CMS- Systeme sind jedoch sehr zeitaufwändig und schwer skalierbar. Onlinewerbung sollte jedoch stark skalierbar sein (auf Millionen von Einblendungen), möglichst wenig Aufwand verursachen und nach Abrechnungsmethoden funktionieren, die man in der Onlinewerbung versteht (TKPs, CPCs, etc).

Hier setzt Native Advertising an. Unternehmen aus den USA wie Sharethrough.com oder auch Nativo.net sind Anbieter erster Lösungen. Und jetzt startet auch in Europa NativeAds.de, eines der ersten Produkte im Native Advertising Segment.

Native Advertising definiert zum ersten Mal Content klar als Werbemittel (die „Native Ad“). D.h. zu den alten Onlinewerbeformaten wie z.B. Contentads, Skyscraper, Text/Bild kommt jetzt ein weiteres Format „Content“ (geschriebenes Wort mit Bildern und Videos im Text).

Hinzu kommt, dass die neuen NativeAd- Technologien, die gerade an den Markt gehen, es möglich machen, Content automatisch (über einen Adserver) auszuspielen, diesen in das Format des Publishers anzupassen (nativ) und auch die Performance zu messen, wie klassische Display Werbemitteln.

 

Warum ist das neu und revolutionär?

Via NativeAds kann ein Werbekunde (Mediaagenturen, Brands etc.) zum ersten Mal 1. einen Content über eine zentrale Stelle (Adserver), 2. über viele verschiedene Publisher in einem bestimmten Channel verteilen und 3. dabei eine Abrechnung wählen, die er aus anderen Formaten kennt (CPC/TKP). Das macht „Content Marketing“ und „Advertorials“ unter dem Namen „Native Advertising“ skalierbar, was sich in einem Verschieben von Branding Werbebudgets in den nächsten Jahren zeigen wird.

Die Inhalte, die via Native Advertising ausgespielt werden, erscheinen in der Regel im Nachrichtenfeed auf der Startseite oder als neues Nachrichtenelement im Channel (z.B. Mode). Klickraten auf NativeAds sind in der Regel bis zu 5-10-mal höher als bei klassischen Display Ads, wodurch sie überaus effektiv sind.

 

Zum Autor:

Marcel Hollerbach ist Geschäftsführer der 2010 gegründeten Content Marketing Plattform www.efamous.net und Gründer der Native Advertising Werbeplattform www.nativeads.de.

Bildcredit: http://www.pardot.com/content-marketing/native-advertising-effective-deceptive/